Carat – das Gewicht
Karat ist eine Gewichtseinheit, keine Grössenangabe: 1 Karat (ct) = 0,2 Gramm, unterteilt in 100 Punkte. Ein Stein von 0,50 ct wiegt 0,1 Gramm. Wie gross ein Stein wirkt, hängt neben dem Gewicht vom Schliff ab: Ein flach geschliffener Stein zeigt mehr Fläche, ein tief geschliffener versteckt Gewicht in der Tiefe. Deshalb stehen auf jedem Report auch die Masse in Millimetern. Ein runder Brillant von 1,00 ct misst typischerweise etwa 6,4 bis 6,5 mm im Durchmesser.
Colour – die Farbe
Die Farbskala der GIA beginnt bei D (vollkommen farblos) und endet bei Z (deutlich gelblich oder bräunlich). Die Buchstaben A bis C wurden bewusst ausgelassen, um sich von älteren Systemen abzugrenzen. Bewertet wird der Stein mit dem Pavillon nach oben unter Normlicht im Vergleich mit Mustersteinen.
| Grad | Gruppe | Was man sieht |
|---|---|---|
| D, E, F | farblos | Keine Farbe erkennbar, auch nicht für Fachleute; Unterschiede nur im direkten Vergleich. |
| G, H, I, J | nahezu farblos | Von oben farblos; ein leichter Ton ist von der Seite oder im Vergleich mit D–F erkennbar. |
| K, L, M | schwach getönt | Ein leichter warmer Ton ist auch von oben sichtbar, in Gelbgold gefasst oft unauffällig. |
| N und tiefer | getönt | Deutlich wahrnehmbare Farbe. |
Farbige Diamanten (Fancy Colours – Pink, Blau, Gelb und andere) werden nicht auf dieser Skala, sondern nach Farbton, Sättigung und Helligkeit beschrieben, zum Beispiel „Fancy Light Pink".
Clarity – die Reinheit
Die Reinheit beschreibt, wie viele und wie sichtbare Einschlüsse (innen) und Merkmale (aussen) ein Stein unter 10-facher Vergrösserung zeigt. Bewertet werden Grösse, Anzahl, Lage, Art und Auffälligkeit.
| Grad | Bedeutung | Praktisch |
|---|---|---|
| FL | Flawless – innen und aussen frei | Extrem selten. |
| IF | Internally Flawless – innen frei | Nur äussere Merkmale, z. B. kleine Polierspuren. |
| VVS1, VVS2 | Very, Very Slightly Included | Einschlüsse auch für Fachleute unter der Lupe schwer zu finden. |
| VS1, VS2 | Very Slightly Included | Unter der Lupe sichtbar, mit blossem Auge in der Regel nicht. |
| SI1, SI2 | Slightly Included | Unter der Lupe leicht zu finden; bei SI2 und grossen Tafeln manchmal mit blossem Auge. |
| I1, I2, I3 | Included | Mit blossem Auge sichtbar; bei I2/I3 können Einschlüsse Transparenz und Haltbarkeit beeinträchtigen. |
„Augenrein" ist kein Laborgrad, sondern eine Beschreibung aus dem Handel: ohne Lupe keine Einschlüsse sichtbar. Bei Treppenschliffen (Smaragd, Asscher) mit ihrer grossen Tafel fallen Einschlüsse früher auf als bei Brillantschliffen.
Cut – der Schliff
Der Schliff umfasst drei Dinge: die Form (Brillant, Oval, Smaragd …), die Proportionen (Tafelgrösse, Tiefe, Kronenwinkel, Pavillonwinkel) und die Ausführung (Politur und Symmetrie). Er ist das einzige der vier C, das vom Menschen bestimmt wird, und er entscheidet darüber, wie viel Licht der Stein zurückwirft.
Die GIA vergibt eine zusammenfassende Schliffnote nur für runde Brillanten: Excellent, Very Good, Good, Fair, Poor. Für alle anderen Formen stehen auf dem Report Politur und Symmetrie mit derselben Skala, dazu die Proportionen in Prozent. Als Richtwerte für runde Brillanten gelten eine Tafel von 54–60 % und eine Gesamttiefe von 59–63 %.
Das fünfte C: das Zertifikat
Ohne Report sind die vier C Behauptungen. Der Report eines unabhängigen Labors (GIA, IGI, HRD Antwerp) macht sie nachprüfbar: Die Reportnummer lässt sich online beim Labor aufrufen, die Masse nachmessen, die Laser-Inschrift lesen. Wie das geht, beschreibt unser Artikel zum Prüfen eines GIA-Reports.
Masse und Proportionen lesen
Neben den vier C stehen auf dem Report die Masse in Millimetern und die Proportionen in Prozent. Die Masse sagen, wie gross der Stein tatsächlich ist: Zwei Brillanten von 1,00 ct können 6,3 und 6,6 mm Durchmesser haben, je nachdem, wie tief sie geschliffen sind. Die Tiefe in Prozent (Gesamthöhe geteilt durch Durchmesser) und die Tafel in Prozent (Tafelbreite geteilt durch Durchmesser) beschreiben das Verhältnis. Ein zu tiefer Stein versteckt Gewicht, ein zu flacher lässt Licht nach unten entweichen – in beiden Fällen sinkt die Brillanz, was sich beim Brillanten in der Schliffnote niederschlägt.
Häufige Missverständnisse
- „Mehr Karat = grösser": Nur bei gleichem Schliff. Die Masse in Millimetern sagen mehr über die sichtbare Grösse.
- „D ist die beste Farbe": D ist die farbloseste Stufe. Ob G oder D besser gefällt, sieht man nur im Vergleich; in Gelbgold gefasst sind Unterschiede zwischen D und H in der Regel nicht erkennbar.
- „VVS ist lupenrein": Lupenrein (IF beziehungsweise LC) bedeutet keine Einschlüsse unter 10-facher Vergrösserung; VVS hat welche, die sehr schwer zu finden sind.
- „Excellent Cut gilt für alle Formen": Die GIA-Schliffnote gibt es nur für runde Brillanten; bei anderen Formen stehen Politur und Symmetrie.
- „Der Report nennt den Wert": Er nennt Eigenschaften. Preise bilden sich im Handel aus vielen Faktoren.
Wie die 4 C zusammenspielen
Die vier Kriterien sind unabhängig voneinander; es gibt keinen „richtigen" Stein, sondern Prioritäten. Wer vor allem Funkeln will, achtet beim runden Brillanten zuerst auf Cut Excellent. Wer einen Treppenschliff wählt, achtet zuerst auf Reinheit. Wer eine Gelbgoldfassung plant, kann bei der Farbe weiter unten einsteigen als bei Platin. Und wer die Angaben vergleichen will, braucht für jeden Stein einen Report desselben Typs – nur dann bedeutet „G VS1" bei zwei Steinen dasselbe.
In unserem Konfigurator lassen sich alle vier C als Filter einstellen; jede Angabe im Shop entspricht der Zeile auf dem Report des Steins.